Den Blickwinkel wechseln

Den Blickwinkel wechseln

Wenn ich mich so umschaue bei den Menschen, wobei ich die vielen Gespräche die ich führe mit einbeziehe, ist mir aufgefallen das meistens nur das gesehen wird was da nicht ist und nicht das was da ist. So verfallen viele Menschen in Trauer wenn sie Glauben etwas verloren zu haben und können nicht sie sehen das was sie hatten. Das beste Beispiel ist der Verlust eines Angehörigen bzw. generell der Verlust eines Menschen aus dem Umfeld. Statt jetzt zu schauen wie viel Zeit sie mit ihm verbringen durften wird nur um den Verlust getrauert. Wer es schafft jetzt den Blickwinkel zu wechseln und nicht um den Verlust trauert sondern sich an dem erfreut was da an Gemeinsamen Erfahrungen gewesen ist und an all das schöne das man mit diesem Menschen hatte, der befreit sich augenblicklich aus dieser Trauer, denn in Wirklichkeit ist es immer eine Trauer um sich Selbst und um den Verlust den man glaubt erlitten zu haben.

So kann das auf alles bezogen werden. Doch viele Menschen haben beständig Angst etwas zu verlieren und sehen nicht was sie haben und dafür dankbar zu sein in dem was sie haben. Sie weinen immer dem Verlorenen nach und sehen nicht was sie hatten. Dabei genügt ein kleiner Blickwinkelwechsel um aus dem Leid um das Verlorene und um das nicht Haben, reine Freude zu machen.

So ist es auch bei dem was Vergangenheit genannt wird. Es wird beklagt und es wird Schuld zugewiesen in dem was da Geschehen ist. Ein kleiner Blickwinkelwechsel und das Erkennen das alles nötig war um zu wachsen und zu Reifen und Dankbarkeit dafür das einem im Grunde nicht wirklich etwas geschehen ist befreit auch da augenblicklich aus dem Leid und es kommt Dankbarkeit auf. Vor allen wenn dann auch darauf geschaut wird das da auch sehr viel Schönes war. So ist es eben der Umgang mit all dem was erlebt wurde das entweder befreiend oder fesselnd ist. Doch die meisten Menschen geben sich lieber ihren eigenen Begrenzungen und Fesseln hin statt sich daraus zu befreien. Mit dem Blick darauf wieso alles so sein sollte und wieso das alles so geschehen ist und mit dem Überblicken aller Zusammenhänge und das da niemand ist der eine Schuld hat an dem was geschehen ist kann Dankbarkeit und Vergebung sein.

So ist es immer die Bewertung die eine Qualität hin zum positiven oder Negativem bringt. Wird der Blickwinkel gewechselt und alles Neutral betrachtet und ohne Bewertung und Urteil stellt sich innerer Friede ein. So lange da jedoch keine Annahme des gegebenen ist kann dieses nicht sein. Wenn da also Menschen sagen wie schrecklich das doch war was sie Erleben mussten ist dieser Blickwinkelwechsel nicht da und sie bleiben weiter in dem was sie als ihr erfahrenes Leid sehen und können sich daraus nicht befreien. So versuchen sie dann Jahrzehntelang sich zu befreien und Vergessen dabei den Blickwinkel ins Neutrale zu wechseln. Das Neutrale stellt sich automatisch ein wenn statt Negativ erst einmal ins Positiv gewechselt wird. Das erweitert den Blickwinkel und damit das Bewusstsein an sich.

So ist es auch eine Redensart etwas tun zu müssen und damit wird es zu einer Pflicht. Wer es erreicht den Blick zu wechseln und sich sagen kann: Nichts muss jedoch alles darf, der kann sich daraus befreien und alles wird ein Tun in Liebe. Jede Arbeit ohne Liebe ist sinnlos getane Arbeit und solche sollte sofort unterlassen bleiben denn sie mürrisch und Unzufrieden. Die Befreiung daraus ist eben die Sicht etwas tun zu dürfen und nicht es zu müssen.

Genauso kann dies auch auf sein Verhalten ändern wollen bezogen werden. Wer da jetzt an die Arbeit geht weil er glaubt er muss etwas ändern an sich da sein Fehlverhalten ihm nicht Gefällt, der wird es niemals erreichen dahin zu kommen wohin er will. Wird diese Arbeit jedoch aus Liebe zu sich und den Menschen an sich und aus der Erkenntnis heraus das da keine Schuld im Verhalten besteht da er nicht anders gelernt hat und das jede Entscheidung so war da er nicht anders konnte wie sich so zu entscheiden, dann ändert sich das Verhalten sich und anderen Menschen gegenüber Augenblicklich. Über die Eigenbeobachtung aus Liebe und nicht aus dem Müssen heraus ist dieses möglich und nicht anders. Alles ist nur aus Liebe zu sich und den Menschen möglich und erfolgt aus dem erweiternden Bewusstsein welches das große Ganze überblickt. Dieses geschieht über den Blickwinkelwechsel.

Elisabeth Marichal