Meine erste Geschichte: Diie Reise ins Nichts

Die Reise ins Nichts

 

In einem kleinen Dorf direkt am Meer  wohnte eine junge Frau mit ihren 5 Geschwistern bei ihren Eltern. Sie war immer so traurig weil sie glaubte das niemand sie liebte. Alle  erwarteten von ihr das sie für sie da war. Kein Wort des Dankes oder der Liebe bekam sie zu hören. Immer nur Pflichten und Wünsche die sie zu erfüllen hatte. Die Eltern erwarteten das sie dieses aus Dankbarkeit machte für das was ihr die Eltern gegeben hatte. Tagsüber arbeitete sie in einer Fabrik und abends war dann der Haushalt ihre Aufgabe, da ihre Eltern ständig mit etwas anderem beschäftigt waren. Die Arbeit war sehr hart und jeden Abend war sie so müde und zerschlagen das sie wie tot ins Bett fiel.  Bevor sie sich zur Ruhe begab  ging sie immer an den  einsamen weißen Strand, schaute aufs Meer und fühlte eine tiefe Sehnsucht in sich. Es stiegen Fragen in ihr auf die sie nicht beantworten konnte. Irgendwie war ihr jedoch klar dass da etwas auf sie wartete nach dem sie sich innerlich so sehr sehnte.  Die Tage wurden immer unerträglicher für sie und sie spürte dass es so nicht weitergehen konnte. Sie fühlte sich innerlich so leer und zerrissen. Da waren ihre Eltern die darauf bauten das sie bis an ihr Lebensende für sie da war. Da waren  ihre Geschwister. Nichts hatte sie wirklich für sich alleine außer den einsamen Spaziergängen am Strand.

Ihre innere Not wurde immer größer. Sie stellte sich die Frage ob ihre Eltern sie nur bekommen hatten  damit sie ihnen diente, stellte sich die Frage wieso sie überhaupt lebte. An einem Tag als es besonders schlimm war entschloss sie sich weg zu gehen und das zu suchen wonach sie Sehnsucht hatte. Sie kaufte sich heimlich ein kleines Segelboot und Nahrungsmittel von angespartem Geld. Damit wollte sie alleine lossegeln um das zu suchen  wonach sie sich sehnte. Heimlich packte sie ihre Sachen, schrieb ihren Eltern einen Abschiedsbrief und segelte bei Sonnenaufgang los. Sie fühlte auf einmal eine innere Freiheit wie sie so auf dem kleinen Segelboot saß, der Wind die Segel aufblähte, ihr Gesicht streichelte. Die Sonne ging auf und wärmte ihr Gesicht und ihren Körper. Auf einmal fühlte sie sich auch innerlich ganz warm und weich. Alle Sorgen fielen von ihr ab. Sie lachte wie ein Kind auf, hob die Hände in den Himmel und rief: Ich komme.

Der Wind blähte die Segel und das Meer wurde immer größer. Der Strand verschwand am Horizont und auch das was sie bis dahin ihr zu Hause nannte. Sie fühlte sich immer freier. So segelte sie ins Nichts ohne zu Wissen wo sie landen würde. Angst hatte sie jedoch nicht. Da war eher eine freudige Erregung und eine Innere Spannung was da auf sie zukommen würde. Sie glaubte alles wäre besser wie das was sie bisher gehabt hatte.

Dann kamen die ersten Zweifel ob sie wirklich das Richtige gemacht hatte. Sie sah ihre Eltern, sah ihre Geschwister. Würden sie zurecht kommen ohne sie. Sie fühlte innerlich wie sehr sie alles doch geliebt hatte auch wenn es ihr oft hart vorkam. Jetzt hatte sie niemanden  mehr mit dem sie reden konnte. So fing sie an Selbstgespräche zu führen. Schaute sich innerlich alles an was sie bis jetzt erlebt hatte, schaute sich Selbst an. So konnte sie erkennen das alles doch gar nicht so schlimm gewesen war wie sie es bisher  gesehen hatte. Dankbarkeit kam in ihr hoch.

Nach zwei Wochen kam ein starker Sturm auf und ihr Segelboot war sehr klein. So klein fühlte sie sich auch so mitten in diesem gewaltigen Sturm. Angst stieg in ihr  auf diesem großen Meer zu sterben und ihre Heimat nie mehr wieder zu sehen. Was hatte sie nur gemacht? Der Sturm wütete und wütete. Ein Wellental nach dem andere öffnete sich. Es ging hoch und es ging wieder runter. Übelkeit stieg in ihr hoch. Wo würde das alles bloß enden? Kein Licht war zu sehen. Selbst am Tage. Es war so als hätte sich die Sonne für immer verabschiedet. Da wurde ihr klar das es keinen Sinn machte gegen das zu kämpfen was unweigerlich kommen würde. Sie würde hier draußen sterben und die Sonne niemals wiedersehen. Sie sah ihr vergangenes Leben und sah auf einmal wie schön es doch in Wirklichkeit gewesen ist. Trotz all der Pflichten. Sie sagte sich: Wenn ich hier heraus komme werde ich nach Hause zurückkehren und Dankbar und zufrieden sein für das was ich habe. Doch ihr war klar dass sie die Heimat verloren hatte durch ihre Unzufriedenheit und das was sie als Leidvoll empfunden hatte. Voller Hingabe lies sie alles los und gab sich dem hin was wohl kommen würde: Der Tod. Sie legte sich ins Boot und ließ es treiben. Dabei schlief sie ein und träumte von einem wundervollen Licht in das sie hinein ging. So viel Liebe, Frieden, Geborgenheit und Glück hatte sie noch nie empfunden. Sie hörte eine Stimme die ihr sagte: Es ist nichts für dich verloren. Vertraue und glaube an dich und du wirst nach Hause zurück kehren. Eine Liebe erfasste sie auf einmal für sich dass sie es fast nicht Glauben konnte. „ Ja“, sagte sie zu sich im Traum, „ ich will nach Hause zurück und ich werde das schaffen. Ich bin Selbst verantwortlich für mich was ich fühle in dem was da innerlich in mir ist. Niemand hat daran eine Schuld auch ich nicht. Ich kann mich so Lieben wie ich bin so wie auch meine Eltern und meine Geschwister. Sie können nichts dafür wie sind so wenig wie ich. Ich selbst habe mir mein Leben so ausgesucht da ich alles hinnahm ohne mich zu wehren oder weg zu gehen. Doch jetzt vermisse ich  das Leben das ich bisher führte. So werde ich einverstanden sein mit dem was kommt und werde mich ich an all dem erfreuen was ich habe.“  Es war ein wundervoller Traum. Das Licht wurde immer heller so als würde die Sonne aufgehen. Da gab es einen Stoß und sie erwachte. Ihr kleines Boot war auf einen Strand gestoßen. Sie schlug die Augen auf und schaute direkt in die Sonne. Wie sie sich aufrichtete und auf den Strand sah kam ihr alles so vertraut vor. Sie stieg aus dem Boot und  ein Wunder sie sah in der Ferne das Haus ihrer Eltern. Sie sank vor Freude auf den Strand und dankte dem Wind und dem Meer das sie nach Hause gebracht hatte. Voller Freude lief sie auf ihr zu Hause zu und rief laut: Ich bin zu Hause an gekommen. Die Sonne strahlte vom Himmel. Ihre Eltern und ihre Geschwistern hörten sie und kamen aus dem Haus gerannt. Sie riefen vor Freude: „Sie ist wieder da , sie ist wieder da.“ Voller Liebe schlossen sie sie in die Arme. Kein Vorwurf kam. Ein stilles Verstehen stellte sich ein. Sie schauten sich in die Augen und in ihr stieg auf: Alles ist gut so wie es ist. Mein Heimat ist hier in mir innerlich und ich bin da zu Hause wo ich bin.

In Liebe erledigte sie jetzt ihre Aufgaben und erfreute sich an ihnen. Nichts mehr war ihr zufiel, denn sie war zu Hause angekommen.

Elisabeth Marichal